Suche
  • Rüdiger W. Schwarz

Supply Chain Manager in der Beziehungskrise?

Vergleichen Sie die Aufgaben im Supply Chain Management einmal mit Ihrer Ehe.

Die Analogien sind erstaunlich. Am Beginn einer erfolgreichen unternehmens-übergreifenden Partnerschaft steht immer ein Prozess zur Vertrauensbildung. Wenn sich hierbei eine Win-Win-Situation mit überdurchschnittlichen Potenzialen für beide Seiten abzeichnet, ist ein gemeinsamer Weg vorgezeichnet. Man sucht eine an den

Fähigkeiten des Einzelnen ausgerichtete Form der täglichen Arbeitsteilung und kommuniziert vertrauensvoll über Sachverhalte, die Außenstehenden nicht offenbart werden. Irgendwann verlässt man sich blind aufeinander. Dieser Exkurs in das Eheleben zeigt, das die Ausgestaltung beziehungsrelevanter Aspekte den Gesamterfolg von Beziehungsgeflechten in erheblichem Maße beeinflusst. Dabei ist es egal, ob damit das Zusammenleben in der Ehe oder die kooperative Zusammenarbeit in einer Supply Chain betrachtet wird – es sind die weichen Faktoren, die den Erfolg sichern.

Blickt man einmal auf das letzte Jahrzehnt zurück, fallen drastische Veränderungen bei den Formen der Zusammenarbeit in Wertschöpfungsketten auf. Die Geschäftsbeziehungen waren eher kurz- denn langfristiger Natur und die Substituierung von Geschäftspartnern war in nicht monopolistischen, noch wenig internationalen Märkten jederzeit möglich. Aus einem wachsenden Kunden- und Kostenbewusstsein heraus rückten niedrige Bestände und Lieferzeiten bei hoher Servicequalität in den Vordergrund. Die unternehmensinternen Verbesserungen stießen jedoch an den Werkstoren regelmäßig auf Schnittstellenprobleme in der Lieferkette – Supply Chain Management wurde relevant. Kennzeichnend für das Supply Chain Management (SCM) war und ist die Erkenntnis, dass eine günstige Gesamtkostensituation allein für den Geschäftserfolg nicht ausreicht, sondern die Synergien in langfristigen partnerschaftlichen Beziehungen einen Mehrwert bedeuten.